Gunpla-Grades
Gunpla (Gundam Plastic Model) -Modellbau ist ein fazinierendes Hobby - unterscheiden sich die Kits doch sehr von klassischen Modellbausätzen: Sie kommen bereits mehrfarbig aus der Box, müssen dank Steckbau-Technik nicht geklebt werden und die fertigen Modelle sind hochbeweglich. Die Mecha-Bausätze aus den Gundam-Animes erfreuen sich daher auch hierzulande immer größerer Beliebtheit. Aber gerade Anfänger können bei den vielen verschiedenen Bausatz-Klassen schnell den Überblick verlieren. In diesem Beitrag wird das Grade-System, nach dem die Kits nach Maßstab, Schwierigkeit und weiteren Merkmalen eingeteilt werden, erklärt.
HG High Grade (1:144)
Bei High Grade-Bausätzen handelt es sich um Kits im Maßstab 1:144; eine Figur ist etwa 12cm groß. Die Teileanzahl bewegt sich im Schnitt zwischen 100 und 150, was einen zügigen und unkomplizierten Zusammenbau ermöglicht. HG ist der am häufigsten vorkommende Grade unter Gunpla-Kits, entsprechend groß ist die Auswahl an verschiedenen Modellen. HG Modelle sind für weniger erfahrene Modellbauer geeignet sowie für Fans, die sich eine breit aufgestellte Sammlung wünschen.
RG Real Grade (1:144)
Real Grade Kits sind wie High Grades im Maßstab 1:144. Sie sind jedoch wesentlich detaillierter und bestehen dementsprechend aus deutlich mehr Teilen. RGs besitzen einen Inner Frame, d.h. eine Art Skelett, auf das die Hüllenbauteile montiert werden. Diese Bauweise ist auch bei den meisten anderen Grades üblich und sorgt für enorme Beweglichkeit und Detailtiefe. Aufgrund des kleinen Maßstabs bei Real Grade fallen hier jedoch auch viele Kleinteile an, was die Kits anspruchsvoller macht. Sie sind daher eher für Modellbauer mit etwas Erfahrung gedacht.
MG Master Grade (1:100)
Modelle aus der Master Grade-Serie sind im Maßstab 1:100 und im Schnitt etwa 18cm groß. Sie weisen einen bemerkenswerten
Detailgrad und eine hohe Beweglichkeit auf. Master Grade ist unter erfahreneren Gunpla-Modellbauern die vermutlich beliebteste Serie,
da die umfangreichen Bausätze einen ausgiebigen Bauspaß garantieren und die Modelle eine ansehnliche Größe haben. Zudem gibt es
eine große Auswahl an Modellen und Zubehör. Innerhalb der MG-Reihe gibt es zwei Unterkategorien für ausgewählte Modelle:
- MGEX (Master Grade Extreme)
Neuauflagen bekannter Modelle mit teilweise überarbeiteten Teilen und zusätzlichen Gimmicks (z.B. metallbeschichteten Teilen)
- Ver.Ka (Version Katoki)
Von Mecha-Designer Hajimi Katoki (neu)entwickelte Modelle bekannter Gundam-Typen. Die Figuren besitzen optisch überarbeitete,
detailververbesserte Oberflächen. Neuere Auflagen enthalten zudem Nass-Schiebe-Decals anstatt den sonst üblichen Klebestickern.
Neuauflagen bekannter Modelle mit teilweise überarbeiteten Teilen und zusätzlichen Gimmicks (z.B. metallbeschichteten Teilen)
Von Mecha-Designer Hajimi Katoki (neu)entwickelte Modelle bekannter Gundam-Typen. Die Figuren besitzen optisch überarbeitete, detailververbesserte Oberflächen. Neuere Auflagen enthalten zudem Nass-Schiebe-Decals anstatt den sonst üblichen Klebestickern.
PG Perfect Grade (1:60)
Wer es noch größer haben möchte, greift zu den Perfect Grade-Modellen. Im Maßstab 1:60 sind sie mehr als doppelt so groß wie HG/RG-Modelle. Manche Modelle können mit einem (meist separat erhältlichen) LED-Kit ausgestattet werden, was ihr Erscheinungsbild noch eindrucksvoller macht. PG-Bausätze sind anspruchsvoll und preislich am oberen Rand angesiedelt (in der Regel weit über 200 €). Die Auswahl an Modellen ist gegenüber anderen Grades deutlich geringer.
SD SD (Super Deformed)
Das Gundam-Universum ist dafür bekannt, dass es (für westliche Augen) so manche kuriose Blüte hervorbringt. So z.B. die SD Gundams. SD steht für "Super Deformed" und beschreibt eine in Japan beliebte Form der Karikatur, welche häufig als humoristisches Stilelement in Animes und Mangas verwendet wird. Dabei werden Charaktere überzeichnet dargestellt indem einzelne Körperteile überproportional vergrößert werden. Auch im Gundam-Kosmos gibt es eine eigene SD-Welt. Mit Anime-Serien, einem Computerspiel und natürlich SD Gunpla.
Die heute am verbreitetsten SD Kits sind vom Typ SD EX Standard. Diese bestehen aus wenigen, größeren Bauteilen und sind daher schnell zusammengebaut. Farblich abgesetzte Bereiche an den vereinfachten Teilen werden in der Regel mit Stickern realisiert, was die Modelle sehr nach Spielzeug aussehen lässt. Dafür sind die Kits günstig. Die in den EX Standard-Bausätzen enthaltenen Waffen und Zubehörteile können mit HG-Modellen kombiniert werden können.
SD-Modelle haben keinen definierten Maßstab, die Figuren sind etwa 9 cm groß. Weitere SD-Produktlinien sind:
- BB Senshi und diverese Ableger
BB Senshi war die ursprüngliche SD Gunpla-Reihe, die ab 1987 produziert wurde, seither gab es diverse Ableger und Wiederauflagen.
Die Bausätze fallen vom Umfang her unterschiedlich aus, haben in der Regel aber mehr Teile als die SD EX Standard-Gunplas und wirken insgesamt detaillierter.
Die Figuren haben wie ihre Vorbilder aus den SD-Animes comichafte Augen, den Kits liegen entsprechende Sticker mit
verschiedenen Mimiken bei.
- SDCS (Super Deformed Cross Silhouette)
Die Modelle sind etwas größer, um den Originalen aus moderneren Animes gerecht zu werden. Die Gliedmaßen fallen hierfür länger aus,
Beine besitzen in der Regel bewegliche Kniegelenke. Die Bausätze enthalten optional aber auch Teile für kürzere Arme und Beine,
um die Modelle in der ursprünglichen SD-Größe bauen zu können.
BB Senshi war die ursprüngliche SD Gunpla-Reihe, die ab 1987 produziert wurde, seither gab es diverse Ableger und Wiederauflagen. Die Bausätze fallen vom Umfang her unterschiedlich aus, haben in der Regel aber mehr Teile als die SD EX Standard-Gunplas und wirken insgesamt detaillierter. Die Figuren haben wie ihre Vorbilder aus den SD-Animes comichafte Augen, den Kits liegen entsprechende Sticker mit verschiedenen Mimiken bei.
Die Modelle sind etwas größer, um den Originalen aus moderneren Animes gerecht zu werden. Die Gliedmaßen fallen hierfür länger aus, Beine besitzen in der Regel bewegliche Kniegelenke. Die Bausätze enthalten optional aber auch Teile für kürzere Arme und Beine, um die Modelle in der ursprünglichen SD-Größe bauen zu können.
MGSD MGSD (Master Grade Super Deformed)
MGSD ist ein relativ neuer Grade, entsprechend sind bisher nur eine handvoll Modelle erschienen. Das "Master Grade" im Namen ist eher ein Marketing-Schachzug, es bezieht sich nämlich nicht auf Größe oder Maßstab, sondern auf die Bauweise: die Modelle besitzen wie normale Gundams einen Inner Frame, was sie fast genauso beweglich macht. Der Teile-Umfang entspricht nicht ganz dem von MG-Kits, ist aber deutlich umfangreicher als bei anderen SD-Bausätzen, daher sind sie auch anspruchsvoller zu bauen. Zudem besitzen die Modelle eine Detailtiefe, die der ihrer großen Master Grade-Geschwister in nichts nachsteht, dabei sind die fertig gebauten Figuren gerade einmal etwa 12cm groß.
Beispiele für weitere, seltene oder eingestellte Grades sowie Produktlinien außerhalb des Grade-Systems
- No Grade / First Grade (1:144 und 1:100)
Als 1980 die ersten Gunpla-Modelle auf den Markt kamen, gab es noch keine Grade-Einteilung, diese wurde
erst in den 1990ern eingeführt. Die Bausätze aus den Anfangsjahren erhielten daher erst im Nachhinein die Bezeichnung "No Grade".
Sie erforderten teilweise Klebstoff für den Zusammenbau und mussten bemalt werden.
Ab 1999 wurden überarbeitete Kits aus der Original-Reihe als "First Grade" veröffentlicht, sie besaßen nun mehrfarbige Bauteile und Steckbautechnik.
Im weiteren Verlauf wurden auch neue Modelle für die FG-Serie entwickelt.
- Entry Grade (1:144)
EG Bausätze sind noch simpler als HG Kits und werden typischweise als Billigware in Klarsicht-Tütchen anstatt Kartons angeboten,
die wenigen Bauschritte sind auf der Rückseite aufgedruckt. Die Kits benötigen kein Werkzeug, die Teile werden von Hand aus den
Runnern gebrochen. Die Detaillierung ist sehr minimalistisch, auch sind keine Sticker enthalten. Die Beweglichkeit ist ebenfalls sehr limitiert.
- Megasize (1:48)
Die Megasize-Modelle wurden 2010 im Rahmen des dreißigjährigen Jubiläums des Gundam-Franchises eingeführt;
1:48 ist der bis dato größte Maßstab, in dem Gunpla-Vollfiguren produziert wurden. Trotz ihrer Größe sind die Modelle relativ
einfach zu bauen, da sie auf komplexe Techniken wie einen Inner Frame verzichten. Vom Prinzip her sind sie wie
High Grade-Modelle zu bauen, nur in der dreifachen Größe. Das letzte bisher erschienene Megasize-Modell ist der
Unicorn Gundam aus dem Jahr 2017, insgesamt wurden nur wenige Modelltypen veröffentlicht.
- 1/100 Full Mechanics (1:100)
Die 1/100 (sprich "one hundred") Full Mechanics-Reihe ist eine noch aktive Produktlinie, die abseits der MG-Reihe Figuren
im Maßstab 1:100 beinhaltet. Der Fokus bei diesen Modellen liegt auf ein detailliertes Äußeres, während auf einen richtigen
Inner Frame wie bei Master Grade-Modellen verzichtet wird.
- Reborn-One Hundred (1:100)
In der RE/100-Serie wurden ausschließlich Mechas aus der Universal Century-Zeitlinie veröffentlicht. Der Maßstab 1:100 ist
derselbe wie bei Master Grade, die Modelle sind jedoch häufig entweder größer oder haben eine so ungewöhnliche Form,
dass sie nicht in das MG-Format passen.
Als 1980 die ersten Gunpla-Modelle auf den Markt kamen, gab es noch keine Grade-Einteilung, diese wurde erst in den 1990ern eingeführt. Die Bausätze aus den Anfangsjahren erhielten daher erst im Nachhinein die Bezeichnung "No Grade". Sie erforderten teilweise Klebstoff für den Zusammenbau und mussten bemalt werden. Ab 1999 wurden überarbeitete Kits aus der Original-Reihe als "First Grade" veröffentlicht, sie besaßen nun mehrfarbige Bauteile und Steckbautechnik. Im weiteren Verlauf wurden auch neue Modelle für die FG-Serie entwickelt.
EG Bausätze sind noch simpler als HG Kits und werden typischweise als Billigware in Klarsicht-Tütchen anstatt Kartons angeboten, die wenigen Bauschritte sind auf der Rückseite aufgedruckt. Die Kits benötigen kein Werkzeug, die Teile werden von Hand aus den Runnern gebrochen. Die Detaillierung ist sehr minimalistisch, auch sind keine Sticker enthalten. Die Beweglichkeit ist ebenfalls sehr limitiert.
Die Megasize-Modelle wurden 2010 im Rahmen des dreißigjährigen Jubiläums des Gundam-Franchises eingeführt; 1:48 ist der bis dato größte Maßstab, in dem Gunpla-Vollfiguren produziert wurden. Trotz ihrer Größe sind die Modelle relativ einfach zu bauen, da sie auf komplexe Techniken wie einen Inner Frame verzichten. Vom Prinzip her sind sie wie High Grade-Modelle zu bauen, nur in der dreifachen Größe. Das letzte bisher erschienene Megasize-Modell ist der Unicorn Gundam aus dem Jahr 2017, insgesamt wurden nur wenige Modelltypen veröffentlicht.
Die 1/100 (sprich "one hundred") Full Mechanics-Reihe ist eine noch aktive Produktlinie, die abseits der MG-Reihe Figuren im Maßstab 1:100 beinhaltet. Der Fokus bei diesen Modellen liegt auf ein detailliertes Äußeres, während auf einen richtigen Inner Frame wie bei Master Grade-Modellen verzichtet wird.
In der RE/100-Serie wurden ausschließlich Mechas aus der Universal Century-Zeitlinie veröffentlicht. Der Maßstab 1:100 ist derselbe wie bei Master Grade, die Modelle sind jedoch häufig entweder größer oder haben eine so ungewöhnliche Form, dass sie nicht in das MG-Format passen.